Archiv für Januar 2006

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Wendepunkt!

31. Januar 2006


Wer kennt das nicht? Man nimmt sich tausend Dinge vor, die man am liebsten alle gleichzeitig erledigen will, und kommt doch zu gar nichts.

Es beginnt meist bereits beim Aufstehen. Nachdem man verschlafen hat, stellt man fest, dass man in 10 Minuten schon am Bahnhof sein muss, und hetzt anziehenderweise Richtung Badezimmer, Putzt sich im Hinauslaufen noch die Zähne während man sich auf halbem Weg zum Bahnhof die Jacke anzieht, und ist schon richtig fertig mit den Nerven, wenn man im Zug sitzt.
Auf der Arbeit geht der ganze Zirkus weiter. Da will man einmal einen Beitrag über die wunderbare Leichtigkeit des Seins in einem Forum zu Ende schreiben, da man sich so sehr über eben diese Leichtigkeit freut, kommt aber nicht dazu, weil hier das Telefon klingelt, dort ein ICQ-Fensterchen aufgeht, oder die Cheffin plötzlich hinter einem steht, und einen anhält, doch mal ein paar Faxe zu senden.

Der Tag nimmt seinen Lauf, und wie von Geisterhand tauchen immer mehr unerledigte Dinge auf, die man doch noch irgendwo auf seiner Liste mit der Überschrift „höchste Prioriät“ stehen hat.
Die Rückfahrt von der Arbeit nach Haus wird in der Regel damit verbracht, im stillen Geiste den restlichen Abend zu organisieren. Erst die Rechnungen bezahlen, dann die Katzen versorgen (oder doch andersrum?) Einkaufen, den Haufen Bügelwäsche in die Knie zwingen, das Geschirr irgendwie sauberbekommen, ohne es Kaputt zu machen, und herrgott! Das Buch, das da seit 3 Monaten liegt, wollte man ja eigentlich auch noch zuende lesen.
Zuhause angekommen steht man voller Tatendrang nach Feierabend im Wohnzimmer, dreht sich fünf mal um die eigene Ache, um ein besseren Überblick über das Chaos erhaschen zu können, dreht sich weitere 8 mal, nach dem man den Überblick hat, um sich während dessen zu überlegen, womit man anfängt. Bei der neunten Drehung bemerkt man plötzlich, dass einem leicht schwindelig wird, weil man sich zu schnell gedreht hat,man dadurch gar keine Möglichkeit hatte, einen _wirklichen_ Überblick zu bekommen, überhaupt nur seine Zeit verplempert… und plumst dann wie ein nasser Sack auf den Boden.

Während man dann dort ganz verzweifelt sitzt, die Tränen einen in den Augen brennen, wird einem plötzlich bewusst, das man überhaupt viel zu schnell routiert, und irgendwo aus dem tiefsten innren des Bewusstseins drängt sich eine kleine und entscheidene Frage in den Vordergrund: Wozu?

Morgen ist auch noch ein Tag!

…und plötzlich….

… verändert sich das Leben!

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Dabei sein ist alles!

30. Januar 2006

Der Spruch Dabei sein ist alles!!“ ragte mir heute, in einem großen Banner entgegen und stach mir direkt ins Auge. Bereits aus der Ferne konnte ich, die mit weitem Sehen ihre Probleme hat, die Schrift problemlos entziffern.
Dass das Banner direkt an der Kirche angebracht war wurde mir erst bewusst, nachdem ich 50 Schritte näher dran war. Und als ich dann unmittelbar unter dem Banner stand, bemerkte ich eine kleine Schriftzeile unter obigem Satz, welche folgenden Inhalt kund tat: kath. wiedereintritt @ „sowiso“.de (selbstverfreilich habe ich die Email Adresse hier in der öffentlichkeit entschärft, damit dieser Beitrag keine Flutwelle von Protestrufen ins Leben ruft. Oder die armen Leutchen nicht ebenso durch Spam-Mails heimgesucht werden, betreffend Penisverlängerungen oder ähnlichem, wie so manch andere armen Wesen ergeht)


Worauf ich jedoch hinaus möchte: Dabei sein ist alles? Gerade bei der Kirche?
Mit anderen Worten, es ist vollkommen egal, ob man nun an den christlichen Gott glaubt, oder ans Sandmännchen als das „Überwesen“ zu dem man aufblicken kann? Dabei sein ist alles. Sagt es nicht herrlich viel über die Institution Kirche aus? Selbst wenn ihr nicht glaubt, tretet wieder bei uns ein, wir versprechen euch auch, dass ihr nicht in die Hölle kommt, wenn ihr nicht zum allsonntaglichen Gottestdienst kommt! Dabei sein ist alles! Und gebt uns jeden Monat schön brav euer Geld, damit ihr das Privileg habt, sagen zu können, ihr seit ein Mitglied eines großen und, im allgemein angesehenen, Verein.

DABEI SEIN IST ALLES!!
Auf den ersten Blick könnte es als werbender Ansporn dienen. Doch glauben die Damen und Herren der Kirche wirklich, dass Menschen grundlos ausgetreten sind, und sich so sehr sehnen wieder Kirchenmitglied zu werden? Oder ist es vielmehr ein verzweifelter Hilferuf, weil plötzlich erkannt wird, dass die Tendenz der katholischen Gemeindemitglieder drastisch gesunken sein könnte? Wenn ja, dann wird das bestimmt nur der Anfang gewesen sein (und ich dachte, der Weltjugend Tag hätte als Werbemaßnahmen für die Kirche gereicht *tststs*)

Bin nur froh, dass es mich nicht anspricht… ich wurd nicht getauft, was mir einen wiedereintritt irgendwie nicht möglich macht!

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Fette Beute?

26. Januar 2006

Die letzten Tage habe ich gezielt darauf verwendet, mein sogenanntes Beuteschema zu erkennen und zu analysieren. Auslöser war die Aussage eines Freundes, er wolle ein hübsches Mägdelein nicht näher kennenlernen, da sie brünett sei, er hingegen auf Blonde stünde. Erstaunlicherweise schienen sich die Beiden bis dato im Club gut unterhalten zu haben. Wer weiss, wer oder was ans Licht trat, so dass er sich dazu hinreissen liess, sich nicht hinreissen zu lassen.

Wie dem auch sei. Wenn ich in den vergangenen paar Tagen unterwegs war, habe ich mir Frauen angeschaut. Das mache ich zwar auch sonst immer wieder gern, aber diesmal wurde streng wissenschaftlich, gezielt und mit voller Absicht nach potentiellen Sexualpartnerinnen Ausschau gehalten. Ich habe primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale und andere Äusserlichkeiten geistig katalogisiert und verglichen und versucht, ein Muster für mich zu erkennen. Wann läuft einem dash das Wasser im Munde zusammen?

Klein – gross, dick – dünn, sympathisch – aphatisch, blond – braun – grün, alt – neu – in den besten Jahren … alles wurde in 3 Gruppen unterteilt, die da hiessen

Gruppe 1. – „jep“
Gruppe 2. – „ma sehn“
Gruppe 3. – „och nö“

In der ersten (und erstaunlicherweise auch kleinsten) Gruppe waren also diejenigen gelandet, bei denen ich spontan ein näheres Kennenlernen nicht ausgeschlossen hätte. Gruppe 2 tut nicht weh und bei Gruppe 3 handelte es sich lediglich um eine Kontrollgruppe, der sicherheitshalber auch sämtliche männlichen Personen zugeordnet wurden. Laut Theorie hätte die erste Ansammlung weiblicher Wesen ein oder mehrere Merkmale aufweisen müssen, die sie für mich attraktiv erscheinen liessen. Das Ergebnis war allerdings niederschmetternd.

Zunächst einmal: Bei der ganzen Aktion bin ich kaum aufgefallen. Ganz im Gegenteil. Männer und auch Frauen! sind so auf das Anstarren versessen oder zumindest auch das taxiert werden dermassen gewohnt, dass man manchmal eher das Gefühl hat, nicht lang genug hingesehen zu haben. Da wurde mancher Stolz verletzt. Und bei den „Jep’s“ war alles mögliche enthalten. Um Himmels willen! Bin ich tatsächlich so uncool und gehe eher nach den inneren Werten? Oder habe ich auch so einen kleinen Fetisch, der mir nur nicht so aufgefallen ist oder den ich verdränge. Hab ich was übersehen oder ist dies gar das eindeutige Zeichen dafür, dass Männer für die Vielweiberei geboren sind? Oder hat mein Kumpel nur eine billige Ausrede gebraucht?

Das gleiche Durcheinander herrschte ebenfalls in der Kontrollgruppe. Ich scheine also auch niemanden einfach so pauschal abzulehnen. Wer weiss. Ich werde die Angelegenheit auf jeden Fall weiter verfolgen. Vielleicht habe ich ja doch so etwas wie eine unentdeckte Affinität zu rothaarigen, Rock hörenden Jeansträgerinnen?

Mal sehen was passiert, wenn mir mal eine über den Weg läuft.

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Uniförmchen

26. Januar 2006

Uniformen laufen einem ja bekanntlich überall über den Weg. Nein, ich rede jetzt gar nicht von den werten Damen und Herren vom Bund oder anderen millitärischen Einrichtungen, sondern Uniformen, die man im Alltag sieht.
Bei den Polizisten fängt es an, obwohl es bei denen noch recht einleuchtend ist, dass sie eine solche tragen. Bei der Bahn ist man wohl schon auf den Trichter gekommen, dass die Uniformen evenutell Nachteile schaffen könnten, da Schwarzfahrer sofort bei der nächstmöglichen Haltestelle aussteigen, wenn sie in der Ferne schon einen Uniformierten erspähen, daher setzt die Bahn in der hiesigen Region mittlerweile keine Uniformen mehr ein und erschreckt dadurch die Fahrgäste jedesmal aufs neue, wenn ein harmlos aussehender Passant plötzlich vor einem steht, einen eindringlich und leicht boshaft lächelnd ansieht, nach den Fahrscheinen verlangt, und dem Gesicht dieses Menschen ansehen kann, wie geil er darauf ist, wieder einen Schwarzfahrer zu erwischen (Gibts da für etwa Prämien für??)
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Es geht mittlerweile auch so weit, dass in Kaufhäusern die Verkäufer in der gleichen Kluft rumlaufen müssen. Individualität findet man dort kaum noch. Und ja, selbst die Bäcker folgen nun dem Trend der Uniförmchen. Mit kleiner, in den Markenfarben der Bäckerei gehaltenen, Kopfpapierbedeckung und Kittelchen stehen sie in Reih und Glied hinter dem Tresen nur bereit sich überfreundlichst auf den nächsten armen Käufer zu stürzen, um ihm hausgemachte Plätzchen (selbstverständlich mit Hilfe von Uni-Förmchen gebacken) anzudrehen.
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich könnt da schreiend weglaufen!

Naja, ich freu mich jetzt erstmal wieder auf die Rückfahrt, wenn ich wieder den Ex-uniformierten begegne und ihr selbstsicheres Grinsen auslöschen kann, in dem ich ihnen tatsächlich eine Fahrkarte vorweisen kann.

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Strandgut

25. Januar 2006

An jedem Strand findet man schöne Dinge. Ob Steine, Muscheln, eventuell auch mal, wenn man Glück hat, ein paar Fossilien. Doch auch andere Sachen können einem da ganz schnell unter die Füße kommen.

Da geht man in der Mittagspause munter und fröhlich ohne böse Gedanken (außer eventuell gegen die Vorgesetzten, die einen mal wieder nicht in Ruhe gelassen haben), an das nette Flüsschen, das direkt in unmittelbarer Umgebung still vor sich hinplätschert (nein, ich erwähne jetzt nicht die Autobahn, die direkt neben meinem Standort dank einer Brücke über das nette Flüsschen geleitet wird, und auch nicht die Lastenkahne, die den Wasserspiegel des idyllischen Wasserweges ansteigen lassen, immerhin hab ich Mittagspause, und möchte mich entspannen. So!) und möchte dort einfach ein paar Minütchen Ruhe finden. Doch kaum wagt man es einen Fuß auf den sogenannten Strand zu setzen, knirscht es unter den Füßen. Nein, nicht etwa Muscheln, das wär ja noch natürlich gewesen, sondern eine Gabel, die sich in den Sand bohrte.

Diese welche ließ meine Jagtinstinkte erwachen, und sorgte dafür, dass ich den Strand ablief, um zu schauen, was noch so alles da rumfliegt. Fast hätte man den Eindruck bekommen können, als ob eine ganze Filliale dieses amerikanischen Hamburgerrestaurants, ja! genau das mit dem großen „M“, in dem Fluss versenkt worden wäre, denn hätte man all die Verpackungsutensilien allein von diesem kleinen Stückchen Strand auf dem ich mich befand zusammengesammelt und vereint, würde es vom Außmaß her perfekt hinkommen. Ausserdem habe ich mich gefragt, wie viele Autos wohl ihr Grab in diesem Fluss gefunden haben. Soviel war mir direkt klar: es muss mehr wie eins gewesen sein. Vielleicht ja ein ganzer Autofriedhof, dessen Besitzer keine andere Möglichkeit gefunden hat, um das Grundstück zu räumen?
Als ob das noch nicht genug wäre, kam in mir der Keim eines Verdachtes auf, dass die nahegelegene Brücke eventuell ein beliebter Platz für Selbstmörder sein könnte. Zwei Schuhe (verschiedene Größen, versteht sich) sowie eine Unterhose (wenn der Kerl schon seine Klamotten ausgezogen hat, bevor er gesprungen ist, warum dann nicht auch direkt die Schuhe?? Achso ja… er hätt ja dann vielleicht kalte Füße bekommen können), und … NEIN! was war das?? Eine Babywindel! Es war also nicht nur selbstmord, sondern Doppelselbstmord!!

Vor Wut brodelnd stampfte ich zurück auf dem Weg ins Büro. Die Gabel hab ich natürlich mitgenommen. Kann man ja immer mal gebrauchen.