
Wer kennt das nicht? Man nimmt sich tausend Dinge vor, die man am liebsten alle gleichzeitig erledigen will, und kommt doch zu gar nichts.
Es beginnt meist bereits beim Aufstehen. Nachdem man verschlafen hat, stellt man fest, dass man in 10 Minuten schon am Bahnhof sein muss, und hetzt anziehenderweise Richtung Badezimmer, Putzt sich im Hinauslaufen noch die Zähne während man sich auf halbem Weg zum Bahnhof die Jacke anzieht, und ist schon richtig fertig mit den Nerven, wenn man im Zug sitzt.
Auf der Arbeit geht der ganze Zirkus weiter. Da will man einmal einen Beitrag über die wunderbare Leichtigkeit des Seins in einem Forum zu Ende schreiben, da man sich so sehr über eben diese Leichtigkeit freut, kommt aber nicht dazu, weil hier das Telefon klingelt, dort ein ICQ-Fensterchen aufgeht, oder die Cheffin plötzlich hinter einem steht, und einen anhält, doch mal ein paar Faxe zu senden.
Der Tag nimmt seinen Lauf, und wie von Geisterhand tauchen immer mehr unerledigte Dinge auf, die man doch noch irgendwo auf seiner Liste mit der Überschrift „höchste Prioriät“ stehen hat.
Die Rückfahrt von der Arbeit nach Haus wird in der Regel damit verbracht, im stillen Geiste den restlichen Abend zu organisieren. Erst die Rechnungen bezahlen, dann die Katzen versorgen (oder doch andersrum?) Einkaufen, den Haufen Bügelwäsche in die Knie zwingen, das Geschirr irgendwie sauberbekommen, ohne es Kaputt zu machen, und herrgott! Das Buch, das da seit 3 Monaten liegt, wollte man ja eigentlich auch noch zuende lesen.
Zuhause angekommen steht man voller Tatendrang nach Feierabend im Wohnzimmer, dreht sich fünf mal um die eigene Ache, um ein besseren Überblick über das Chaos erhaschen zu können, dreht sich weitere 8 mal, nach dem man den Überblick hat, um sich während dessen zu überlegen, womit man anfängt. Bei der neunten Drehung bemerkt man plötzlich, dass einem leicht schwindelig wird, weil man sich zu schnell gedreht hat,man dadurch gar keine Möglichkeit hatte, einen _wirklichen_ Überblick zu bekommen, überhaupt nur seine Zeit verplempert… und plumst dann wie ein nasser Sack auf den Boden.
Während man dann dort ganz verzweifelt sitzt, die Tränen einen in den Augen brennen, wird einem plötzlich bewusst, das man überhaupt viel zu schnell routiert, und irgendwo aus dem tiefsten innren des Bewusstseins drängt sich eine kleine und entscheidene Frage in den Vordergrund: Wozu?
Morgen ist auch noch ein Tag!
…und plötzlich….
… verändert sich das Leben!



