Es war ein wunderschönes Bild. Gestern schlitterte, rutschte und glitt alles förmlich nur so dahin. Das heisst, es wäre sicher ein wunderschöner Anblick gewesen, wenn man sich nicht unbedingt auf seinen eigenen Bewegungsapparat konzentriert haben müsste.
Dennoch zeigte der eine oder andere Seitenblick wie kniegelenkslos alles durch die Gegend stakte. Hie und da wurde das Gleichgewicht verloren und mit hektischen, fuchtelnden Handbewegungen wieder eingefangen – zumindest meistens. Und was einmal sass, hatte grosse Mühe wieder aufzustehen. Die nächtlichen Niesel-Wasserspiele leisteten ganze Arbeit. Andererseits kann es natürlich auch sein, dass einige Scherzbolde sich mit Giesskanne bewaffnet am frühen Morgen dazu erdreisteten, das Frostwetter für ihre ganz eigene Interpretation eines winterlichen Reigens zu missbrauchen. Das will ich nicht in Abrede stellen, aber wir werden es wohl nie erfahren.
Noch schöneres Chaos fand auf der Strasse statt. Aus diversen Seitenstrassen schossen Kleinstwagen hervor, als hätten sie noch nie etwas von Spurtreue und Vorfahrtsregeln gehört. Ein guter Tag zum seitlich einparken – oder im Bett zu bleiben. Strassenbahnen verfehlten Haltestellen um mehrere Dutzend Meter, so sie überhaupt fuhren und der eine oder andere Fussgänger versuchte verzweifelt, die andere Seite zu erreichen, während er sich tatsächlich kaum von der Stelle bewegte und dadurch fast auf die andere Seite gelangte.
Ich wette, dass niemand wirklich bemerkt hat, wie fantastisch sich die Sonne auf der Eisfläche spiegelte und diese zum Strahlen brachte.
Aber das war gar nicht das Thema: Ich habe nämlich festgestellt, dass Frauen in gleichem Masse wie Männer dazu neigen, den Klodeckel nach dem kleinen oder grossen Business oben zu lassen.
In meiner Bekanntschaft steht es 50:50!
