Archiv für die Kategorie ‘heimisches’

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Spieletipps

27. Februar 2007

Ein Satz, bei dessen Klang alle Alarmglocken in mir zu läuten anfangen, ist: “Nächste Woche sind wir zum Spieleabend eingeladen.” Es ist nun bei weitem nicht so, dass zu unserem Bekanntenkreis nur unangenehme Personen zu zählen wären. Weiterhin liegt es mir fern, Gesellschaftsspiele als solches unter allen Umständen abzulehnen - aus dem Alter bin ich wieder raus - aber eine Kombination von beidem ist immer eine heikle Angelegenheit. Daher bin ich bestrebt einige Spielregeln zur präventiven Schadenseindämmung durchzusetzen.

1. Der Ort der Handlung (ja, es geht wieder einmal mit Aufzählungen los): Man sollte immer darauf achten, dass keiner der Teilnehmer einen Heimvor-, bzw. -nachteil auf seiner Seite hat. Auf diese Art und Weise vermeidet man peinliche Situationen wie gezinkte Karten unter der Glastischplatte, den geübten Blick auf die spiegelnde Fläche des ausgeschaltenen Fernsehers und damit in die Karten des Gegners oder ein ständiges Aufspringen zu nachfüllen oder -schenken. In Privatwohnungen sind meist auch die Fluchtwege weniger gut ausgezeichnet, sollte es die Spielsituation doch einmal dringend erfordern, hastig die Räumlichkeiten zu wechseln. Also immer schön auf neutralen Grund und Boden in der Kneipe treffen.

2. Die Spiele des Anstosses: Entgegen des allgemeinen Trendes muss ein gelungener Spieleabend nicht unbedingt auf einer Party Poker basieren. Schon gar nicht auf Texas Hold’em - auch wenn scheinbar in jeden biederen Haushalt seit kurzem ein Kofferset mit Karten und Chips gehört. Das macht man dann doch besser mit ein paar weniger guten Freunden, auf die man, nachdem man nach allen Regeln der Kunst um Bares erleichtert hat, notfalls auch mal verzichten kann.

Es sollten auch keine Spiele sein, deren Erlernung länger dauert, als das Match an sich. Am besten wendet man sich wohl bekannten Spielen zu, die zusammengeschweisste, sich in- und auswendig kennende und sich meist sowieso nur sich selbst zuwendende Partnerschaften auseinanderreisst und gegeneinander aufwiegelt. Dann macht Spielen Spass. Und womit sollte das besser gehen als mit irgendeiner Variante, die den Kampf der Geschlechter mit einbezieht. Und damit sind wir schon bei

3., den Teilnehmern: Diese bestehen zu 95 % aus Pärchen und dies ist ausnahmsweise mal gut so. Denn so kann man ohne überhängenden Rest problemlos Mannschaften bilden. Ausserdem lassen sich diese gut gegeneinander ausspielen - sollten die Geschlechter partout nicht trennungsbereit sein. Unter Umständen ist es nach dem Ende des Abends jedoch eh so weit. Schon interessant, was da so alles aufbricht. Beim hilflosen Versuch Begriffe zu übermitteln wird plötzlich festgestellt, dass man sich noch nie wirklich verstanden hat. Die Lieblingsfarbe der reservierten Figuren ist gar keine gewesen. Da wird mangelnder Ehrgeiz - nicht nur beim angestrebten Gewinn - vorgeworfen und der Partner macht sich des Schummelns, bzw. Nicht-Schummelns schuldig - je nach Situation.

Nun sind die Würfel gefallen, der Trumpf ausgespielt und der Zeitpunkt gekommen, wo man sich (da man ja nicht irgendwo privat ist!) diskret an einen anderen Tisch setzt und noch ein Bier bestellt. Wer mag, legt ganz in Ruhe ein Solitair - ja, das geht auch ohne Windows hochzufahren - und begibt sich danach in Ruhe und gesittet nach Hause, während am Nachbartisch noch heftig diskutiert wird.

Das nenne ich mal einen gelungenen und lustigen “Spieleabend”; und der nächste lässt unter Garantie auf sich warten!

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Fotofreud und Fotoleid

29. Juli 2006

Nachdem Meteorologen das Ende der Hitzeperiode prophezeien, erkläre ich hiermit, dass kurz nach Ende des Sommers=Ferienzeit eine andere Periode ganz gewiss kommt: Die “Schau-mal-wo-wir-im-Urlaub-waren”-Zeit.

Man kann nun nicht unbedingt behaupten, dass früher alles besser war, aber damals konnte man nur mit ein paar simplen Fotoalben gequält werden. Deren Anzahl stieg konstant mit Entfernung zum Ausgangspunkt der Reise. Ein Beispiel: Schwarzwald = 3 Alben; Ägypten = 12 Alben. Ich wage noch nicht darüber nachzudenken wie es wird, wenn die Menschheit dereinst den Mars besiedelt. Wie dem auch sei. Der Vorteil lag gewissermassen in der Hand des Betrachters. Man konnte sein Blättertempo selbst bestimmen und während der Gastgeber sich um die richtige Reihenfolge der Alben kümmerte auch getrost mal ein paar Seiten überspringen.

Das hat sich mit der Digitalfotografie kaum geändert. Ausser, dass sich die Anzahl der Bilder verzehnfacht hat. Denn wo vorher noch mehr oder minder streng auf lohnenswerte Motive geachtet wurde, wird jetzt vom offenen Schnürsenkel bis zur sich ablösenden Haut eines Sonnenbrandes (der Grund, warum man nicht braun wurde, obwohl die Sonne die ganze Zeit geschienen hat, ehrlich!) alles in verschiedenen Versionen geknipst. Das Ding mit der Digi ist halt: Man sieht jetzt zwar sofort, wie das Bild wird, ist sich aber scheinbar um vieles unsicherer als früher, dass es auch wirklich was wird. Ausserdem kann man ja die schlechten Fotos nachher löschen. Macht bloss keiner!

Die Steigerung des Ganzen ist ein Dia-Vortrag, respektive eine toll zusammengestellte Slideshow mit den obligatorisch verdrehten Bilder und Bemerkungen wie: “Dahinter ist jetzt der Hafen. Das kann man auf diesem Bild aber leider nicht sehen” oder “Und das ist unsere Mutter vor der Kirche . . . neben dem Eselchen”. Doch der geneigte Leser weiss schon, worauf ich hinaus möchte: Sämtliches Timing wird dem Opfer aus der Hand genommen. Dazu kommt wiederum ein mathematisches Verhältnis zum tragen, nämlich, dass mit der Formatgrösse auch die Erzähllänge steigt.

Die Königsdiziplin ist jedoch der Hobby-Videofilmer. Mögen alte 8mm Filme recht amüsant wirken, gibt es vor den Kreationen der neuen kleinen Spielbergs kein Enkommen mehr. Man bekommt in voller Distanz Leute im Bikini zu sehen, die man um des guten Nachtschlafes willen besser nicht gesehen hätte oder darf sich ungeschnittene zwei Stunden Übertragung von den ergebirgischen Klöppelmeisterschaften ansehen. Inklusive der “Mein-Arm-ist-schwer-Ich-setz-mal-eben-ab” Szenen und kommentierendem O-Ton, der mit sorfältig hochgedeutschter Stimme und lang geübten lustigen Einstreuungen eine verschüchterte Person animieren soll, doch mal in die Kamera zu winken und “Hallo” zu sagen - 17 mal. Ganz zu schweigen von den nur rudimentär vorhandenen Schneide- und Nachvertonkünsten, die alles durch eingefügte Courier-Untertitel aufpeppen sollen und dadurch nur in die Länge ziehen.

Naja. Ich gebe den Menschen gern die Gelegenheit, sich mal anzusehen, wo sie eigentlich im Urlaub waren.

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Göttlicher Saft

26. Juli 2006

Was passiert eigentlich in einer kleinen Stadt bei einem mehrstündigen Ausfall des scheinbar für unsere Sphären lebensnotwenigen elektrischen Saftes? Abgesehen davon, das nicht mehr an einkaufen zu denken ist, da man weder an sein Geld dran kommt, noch die Supermärke geöffnet haben, scheinen sich, wie bei einem Straßenfest die Menschen darauf zu besinnen, dass es vor ihrer Türe – man höre und staune- andere Menschen gibt! So war das einzige, im gesamten Ort geöffnete Lokal brechend voll. Tische und Stühle reichten kaum noch aus, so dass die Menschenmenge welche keine lokaleigene Sitzmöglichkeit erhaschen konnte, fröhlich vergnügt im großen Kreise um die Örtlichkeit den Boden bevölkerte, bis hin zum etwa 30 m entfernten Marktplätzchen, alle auf der Suche nach einer möglichen Erfrischung, welche jedoch nur in Form von geschmolzenem Eis geboten wurden konnte. Dennoch wurde geredet und gelacht, ganz so wie in längst vergangener alter Zeit, als es noch Gang und Gebe war, sich abends mit dem Stühlchen vors Häuschen zu setzen um die kühle Sommerabendluft zu genießen, die nach einem schweißtreibend heißen Tag begehrter zu sein schien, wie eine gute Gemüsesuppe. Aber zurück zu unserem Stromausfall.

Wer sich nicht gerade ins Dörfliche Getümmel schmiss, saß eventuell, wie ich, zuhause und versuchte bei spärlichem Kerzenschein ein paar Seiten zu lesen, was einem jedoch zum einen das Katzengetier unmöglich machte, wie auch das nicht mehr ausreichende Licht, oder die mangelnde Konzentration, da man hauptsächlich Gedanken im Hinterstübchen hatte, betreffend der im nicht mehr kühlenden Kühlschrank lagernden Butter welche mit Sicherheit schon weggelaufen war, was man sich aber nicht wagt nachzuschauen, da man ja nicht weiß wie lang der Strom noch wegbleibt geschweige denn, was einen beim Türöffnen anspringt, und daher den Kühlschrank geschlossen halten möchte. Nach meinem umfangreichen Abendmahl – mehrgängig- bestehend aus Leitungswasser, Kaugummi und einem von der Bank spendierten Kaubonbon, beschloss ich letztendlich mein Bett zu hüten, da es sich in der Dunkelheit mit Sicherheit fürchtete. Nachdem ich meine Katze darauf abgerichtet hatte mich am nächsten morgen pünktlich zu wecken – wie sie es im Prinzip jeden Tag macht- ließ ich den Tag Revue passieren. Eigentlich ist Stromausfall gar nicht mal so schlecht. Vielleicht sollte mal das als Dauereinrichtung einführen. So gesehen bietet er doch nur Vorteile. Die Nachbarschaft lernt sich nach Jahren des stillen Nebenherwohnens letztendlich doch noch kennen, die Leute, die Diät halten wollen, werden wunderbar unterstützt, und man selbst kommt mal richtig zu Ruhe. Apropo Ruhe… das erste mal, das ich bemerke, das mein Wasserhahn tropft. Und Überhaupt, ich vermisse leicht die Kirchenglocken. Ein Blick aus dem Fenster auf den Kirchturm verriet mir dann, das es gerade mal 17:25 Uhr war… und das seit nunmehr über 5 Stunden. Hach ist das doch schön, wenn selbst denen „ganz oben“ der Saft fehlt.
Selig schlummerte ich ein…. Bis irgendwann meine Wohnung in Festbeleuchtung stand. Gut, Strom war wieder da, Licht machte ich schnell aus und schlief weiter.

Heute morgen litt mein Wecker noch an den Nachwirkungen des Ausfalls und weckte mich nicht. Und meine Katze… ja… die schaffte es auch das erste Mal, seit knapp einem halben Jahr, lange zu schlafen.

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Die Sache mit Sachen

27. Juni 2006

Wo wir schon mal bei Klamotten sind, bzw. waren. Männer ziehen sich ja an, weil ihnen kalt ist oder weil man sie sonst verhaften würde. Frauen hingegen, um etwas anständiges zum Ausziehen zu haben. Soweit die Theorie zu einem Thema, auf das ich gar nicht hinaus wollte.

Aber bleiben wir mal beim Ausziehen? Kann es sein, dass es in jedem gut sortierten Haushalt einen Stuhl oder etwas ähnliches gibt, auf welchen man des nächtens seine abgestreiften Textilhüllen ablegt? Und kann es sein, dass sich dort im Laufe der Woche ein Stapel Wäsche ansammelt, den selbst eine chinesische Wäscherei kaum bewältigen kann? Und ist es nicht so, dass man mit wachsendem Haufen immer weniger Lust verspürt, selbigen in seine Bestandteile zu zerlegen und diese ihrer Wiederverwendung oder dem Waschgang zu zu führen? Ich habe auch schon gehört, dass andere Leute dasselbe Problem mit ihrem Geschirr haben sollen.

Und kann es sein, dass ich es endlich mal geschafft habe, einen recht kurzen Beitrag zu schreiben?

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Frühlingsgefühle und andere Irrtümer

15. Mai 2006


Im Frühling, ja im Frühling, da sollen ja bekanntlich die Gefühle verrückt spielen. Man schwebt auf Wolke sieben, entdeckt längst verlorengeglaubte Gefühle zurück, sowie den unwahrscheinlichen Wunsch sich zu Paaren. Aber mal eine kleine Frage: ist das ein Wunder? Heut, auf meinem Weg nach Hause, bin ich auf die Lösung der schier unklärliche Frage “warum ist das so, und wo kommen die so genannten Frühlingsgefühle her?” gekommen!! Wenn man nur einen Blick vor die Tür wirft, kann man Zeuge der Entstehung von Frühlingsgefühle werden! Denn… in mindestens jedem zweiten Vorgarten befinden sich leichtbekleidete Frauen und Männer, bückender und stöhnender Weise, und tun so als würden sie Ihre Blümchen in Ordnung bringen. Das dabei bei mindestens der Hälfte der tätigen Personen, welche sich noch zum Teil in schier anregenden Positionen befinden -Frauen, die sich, mit rausgestrecktem Hintern vorne über beugen um an den Boden zu gelangen, Männer, die voller Inbrunst versuchen ruckartig den Spaten in den Boden zu rammen, nur als Beispiele erwähnt-, mehr Fleisch sichtbar wird, wie ihnen wahrscheinlich bewusst ist, sorgt unumstritten dafür, das die nachbarschaftlichen Bindungen intensiver werden, und man… uuuuppss… ganz spontan netteste Bekanntschaften machen kann, wenn man nur mal durch die Ortschaft schlendert.
Doch, liebe Frühlingsgefühlhervorrufenwoller, ihr werdet es nicht schaffen, das Blut des anderen Geschlechts in Wallung zu bringen, wenn Eure Kleidung nur noch durch die Ausdünstungen Eurer Transpiration zusammengehalten wird, und zusätzlich noch Eure Kinder im Schlamme vor Euch sitzen und die Blumen rausrupfen, die ihr gerade versucht einzupflanzen. Nein, nein! Das ist einfach zu offensichtlich und auf diese Masche wird kaum einer reinfallen, und… falls doch… wird es Euch nicht viel bringen, da die Kinder den netten Onkel oder die freundliche Tante direkt mit schwarzen Grabschefingerchen in die Flucht schlagen würden!
Also vergesst lieber mal das Phänomen der Frühlingsgefühle. In Wirklichkeit ists doch eh nur Humbuck!

Ach, und bevor ichs vergesse, liebe Nachbarn, der Sperrmüll war gestern schon da. Es macht keinen Sinn schweißgebadet jetzt den Garageninhalt auf der Straße zu entlehren!