Archiv für die Kategorie ‘kulinarisches’

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Der Countdown läuft…

1. Juni 2006

…und überall wimmelt es von Fußbällen, oder solchen die es noch werden möchten. Egal ob beim Frisör, im Supermarkt, beim Bäcker, in Damenoberundunterbekleidungsläden, in der Straßenbahn, auf der Straße, im Radio, Fernsehn, Zeitung, oder wenn man sich nur mal schnell ne Fritten um die Ecke holen möchte. Man wird verfolgt von den Anfängen der Fußball Weltmeisterschaft, welche dummerweise dieses Jahr, allen Anzeichen nach, hier in Deutschland stattzufinden scheint. warum wird um die WM so ein initialisierter Wahnsinn betrieben? Findet Schokolade mit Knusper(fuß)ballfüllung wirklich so einen reißenden Absatz? Und was unterscheidet Brötchen mit Mohn und Sesam-Karos von normalen Körnerbrötchen? Vorallem aber: was passiert mit all den Dingen, wenn die deutsche Nationalmanschaft bereits in der Vorrunde rausfliegen sollte? Benutzen die zutief frustrierten Deutschen Fans genau diese Waren dann um die Fans der Gewinnermanschaft zu verjagen? Frei nach dem Motto “Geh mir aus den Augen, sonst bewerf ich dich mit runden Lakritz-Vanille-Bällchen in grüner soße!!” ??
Oder bleibt die Wirtschaft gar auf ihren Artikeln sitzen, und stellt fest, das es ein Eigentor war, die ganze Fußballgeschichte so hoch zu puschen, dass sie nur noch nervt??

Denkt dran, ihr Menschen dort draußen! Es ist viertel vor acht!
Also achtet auf jeden der ne Tafel Schokolade oder eine Bäckertüte in der Hand hat. Schon bald könnte dies Lebensgefährlich sein!

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Frohe Weihnachten (oder das große Fressen)

19. Dezember 2005

Gestern war es mal wieder soweit. Das traditionelle Gänsebratenessen stand an.
Manche könnten jetzt sagen, dass es doch ein schön besinnliches, familiäres zusammensein ist.
Möglich ja. Nicht jedoch in diesem Hause.
Angefangen mit aufgesetzer Freundlichkeit und berühmten Luftküsschen links und rechts in noch gebührendem Abstand zu den Wangen (nein, bei meiner Familie handelt es sich ausdrücklich nicht um Adelsgestut, lediglich um Mittelständer die so tun als ob sie was bessres wären), geht es dann über zum gemeinsamen Anstoßen.
“Was Gudula? Du auch Sekt? Sag mal, bist Du nicht noch ein wenig zu klein für Alkohol?”
Leicht ungläubiger Blick meinerseits.
“Keine Angst, lieber Onkel, in Wirklichkeit ists doch bei mir nur Sprudelwasser mit einem klitzeklitzekleinen Spritzer Apfelsaft”
Die Ironie in meinen Worten war dann wohl doch ein wenig zuviel, da ich dananch spürte, wie sich die bösen Blicke in mein Fleisch bohrten.
Nach beendeter Sauferei (ich war so dreißt und habe mir 3 x selbst das Glas wieder aufgefüllt-irgendwie muss man die schnatternde Meute ja ertragen-) wurden wir aufgefordert unsere Plätze einzunehmen.
Jeder setzte sich nach gutdünken, bis unsere überkanidierten Gastgeber auf die glorreiche Idee kamen eine bunte Sitzrunde zu machen.. sprich: Männlein, Weiblein, Männlein, Weiblein usw.
Nach weiteren 10 minuten durfte ich mich darüber freuen einen vorläufig festen Platz mein eigenen nennen zu können.
Bevor das Essen aufgestischt werden konnte, musste jedoch die Tafel noch in allen Ausführungen geknippst werden. Mit, sowohl als auch ohne Besatzung. Sprich: alle wieder auf, *knips knips knips* alle wieder hin.
Dann wurde das Essen hereingebracht. Das der Tisch dem ganzen Zeug stand gehalten hat war ein Wunder; ich erfuhr aber bald, dass dieser noch mit einer extra für den besagten Anlass besorgen 2 mtr. Dia Holzplatte verstärkt wurde…
Nein, mit mehr Kleinigkeiten möchte ich Euch gar nicht behelligen….
Der Nachmittag nahm seinen Lauf… nachdem das Essen verpuzt, der Nachtisch vertilgt und vom noch folgenden Kuchen nur noch Krümel übrig waren hatte mein werter Großonkel noch immer nicht gelernt, dass in meinem Namen kein N drin vorkommt, das ich tatsächlich schon groß genug bin, und ein wenig Wein trinken darf, und dass ich sogar schon selbst aufs Töpfchen kann!
Um meinen Adrinalinhaushalt ein wenig zu beruhigen schlug ich mich ins Wohnzimmer auf die Couch und sah mir die gute alte Feuerzangenbowle an. Wiedererwarten zog sich der Film schrecklich in die Länge und zu meinem großen Bedauern war die Meute erneut damit beschäftigt die 2. Ladung Stollen zu vertilgen. Fehlt nur noch, dass sie auch noch anfangen zu singen, dacht ich mir noch… aber… nein, davon bin ich zum Glück verschont geblieben. Es kam noch schlimmer…
Meine Tante kam ins Wohnzimmer gerannt und legte, freudestrahlend, eine CD Marke Eigenbau in die Anlage, welche sofort bis zum Anschlag aufgedreht wurde, damit es im Esszimmer auch zu hören war.
Um mich herum erdröhnten aufgenblicklich die SA-A-A-NNNFFTE-E-E-E-N Klänge des Weihnachtsoratoriums. Die Frage, ob es zu laut wär, kam gar nicht zu mir durch… wäre es zumindest eine professionelle Aufnahme gewesen hätt ich ja liebend gern mit mir reden lassen, doch der Kirchenchor, in welchem meine werte Frau Mutter mitsamt ihrem Bruder und dessen Frau Mitglied sind, schöpfte alle Kraftreserven auf, die ich noch hatte.

Nicht nur ich, sondern auch mein Bruder und dessen Freundin ergriffen Fluchtartig das Weite, mit der Ausrede ein wenig frische Luft schnappen zu wollen.
Wir Weiber wollten dann, mit bereits zitternden Händen, weil nervlich total am Ende, zur Zigarette greifen, doch verbot mein Bruder uns dies. Die holde Verwandschaft könnte ja etwas erschnuppern, sich vermutlich noch in ihrer Freiheit bedrängt fühlen und überhaupt und sowiso.

Mein Wutpegel stieg.

Wenn nicht bald ein Wunder geschehen sollte, würde ich mich bald entweder erhängen oder zurückgehen und mein freundlichstes Lächeln aufsetzen, und den Menschen dort drin zeigen, wie ausgereift mein Galgenhumor doch mittlerweile war… auch auf Gefahr hin, dass bald keiner von ihnen mehr mit mir sprechen würde…
mooment! Keiner mehr von denen mit mir sprechen?? Guuut.

Damit stand es fest. Strick, leider muss ich dich auf n anderen Termin verlegen.

So brachte ich den Nachmittag noch gut über die Runden, in dem ich mich an die große Tafel saß und mir jeden einzelnen von Ihnen betrachtete. Es war mal wieder sehr amüsant zu sehen, wie wenig sich diese Menschen doch eigentlich leiden können.

Nachdem wir unsere diesjährige, aus der tollen Tradition des Wichtelns bestehende Beschehrung hinter uns gebracht haben, konnten wir uns nunmehr auf den längst ersehnten Heimweg begeben. Mit Dire Straits im Ohr und der frohen Aussicht darauf, das der ganze Spuk bald erstmal wieder ein Ende hat.

Frohe Weihnachten.

PS: braucht jemand ne Perlen-Imitatkette?

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Aber immer wieder gern!

29. November 2005

Jeder hat bestimmt einen guten Freund, der jemanden kennt, dem folgendes schon einmal widerfahren ist. Man schaut in den Kühlschrank und zurück blickt nicht etwa eine glückliche Paprika-Familie in chiquen neuen weissen Wintermäntelchen, sondern eine ganz vorn platzierte Packung Fleischsalat. Man ist sich sicher, dass die Mitbewohnerin des Vegetarismusses weiterhin mehr oder minder genussvoll fröhnt und in den letzten Tagen kein Besucher seine Hinterlassenschaft in der frostigen Atmosphäre der Kühleinheit deponiert hat. Die Klärung erfolgt in zwei kurz intonierten Sätzen: “Hab ich dir mitgebracht. Isst du doch gern.” Hinter den Sätzen ragt ein fröhliches Gesicht empor, welches sich zu einer gespannten Erwartungshaltung formiert und die Sätze nachträglich visuell zu einem: “Na, feines Happa Happa, stimmts?” umdesignt. Ich habe noch nie - wirklich nie Fleischsalat gemocht, wissentlich gegessen oder auch nur gekauft. Aber das muss man einer Frau nicht sagen, wenn sie offensichtlich schon eine andere Meinung hat.

Das beste Beispiel dafür sind Mütter, für die ihre Kinder immer in einem Alter kurz vor dem Hauptschulabschluss bleiben werden. Sie vergessen nie etwas, ausser den relevanten Zusammenhängen. So kann es sein, dass man bei einem Besuch im alten Heim einen Spaziergang tätigt, auf dessen Pfad der damals schulbekannte Schläger kreuzt. O-Ton Mutter: “Das war doch der Ralf. Warum grüsst du denn nicht? Mit dem hast du doch früher so schön gespielt” - “Ja Mutter - ausser, dass es kein Spiel, sondern Überlebenstraining war.” Kann man sich nicht zurückhalten und sagt das laut, geht die mütterliche Logik weitere seltsame Wege: “Ach, der war doch so oft bei uns und ihr habt euch immer gut verstanden…” Ich war froh, dass er bis zur siebten Klasse nicht wusste, wo ich wohnte!

Zum Mittag gab es dann keinen Fleisch-, sondern einen Tomatensalat dazu. Auch etwas, was ich nach ihrer Aussage “immer gern gegessen” hätte. Leider wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal, wie Tomaten schmecken. Und so geht es weiter. Man soll sich an Leute erinnern, die schon drei Jahre vor der eigenen Geburt verstorben sind; war mit Mädchen aus, deren Namen man noch nie gehört hat…Moment, das kann gut sein…aber zum Schluss kommt der obligatorische Gnadenhammer: “Junge, hast du alles? Portemonnaie, Schlüssel, Taschentücher…? Du weisst, du vergisst immer alles!”

Eines morgens, ich war wohl in der zweiten Klasse, musste ich während des Schuhe-Zubindens noch einmal bei Muttern klingeln, da ich tatsächlich meinen Schlüssel auf dem Garderobenschrank liegen liess und die Tür schon zugefallen war. Seit diesem Tag “vergesse ich alles”! Und es fällt mir nicht einmal auf!

Morgen gibt es Kartoffelsalat, in welchem sich Fleischsalat gut zum “Andicken” macht. Hab ich schon immer gern gegessen.

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Lecker Teilchen

24. November 2005

Als ich mich heute des morgens - um mein leibliches Wohl besorgt - beim Bäcker nach dem einen oder anderen lukullischen Schnäppchen oder besser gesagt Schnäpperchen umschaute, überfiel mich unerwartet eine Ruhephase. Diese wurde von dutzenden Lehrlingen ausgelöst, die frohgemut ihr Päuschen nutzten, um sich ebenfalls mit Grundnahrungsmitteln einzudecken. Und wie ich da so stand und versuchte, gerade mal an gar nichts zu denken und mit einem halben Ohr radarartig meine Umgebung sondierte, überfiel mich die erschreckende Einsicht, dass ich keine Ahnung von einer korrekten Bestellprozedur hatte. Das, was ich bei meinen Vormenschen wahrnahm, war leider denkbar ungeeignet.

Die erste Variante war: “Ich bekomme ein…”keine Ahnung was. Für mich viel zu optimistisch. Wer sagt mir denn, ob ich wirklich was bekomme. Vielleicht fühlt sich die Bäckereifachverkäuferin von dieser scheinbaren Sicherheit dermassen unter Druck gesetzt, dass sie mit einem Lächeln auf den Lippen: “Das glaube ich nicht, Tim!” antwortet.

Die zweite Version: “Ich nehme…” scheidet von vornherein aus. Da sich sämtliche landwirtschaftlichen Produkte hinter Glas oder ausserhalb der Reichweite meiner Arme befanden, war ich dazu gar nicht in der Lage.

“Ich möchte bitte…” ist ebenfalls ungeeignet. Suggeriert es doch ein gewisses Flehen, welches trotz Leeregefühl im Magen völlig unangebracht ist. Schliesslich ist die gute Bäckersfrau von mir als Kunden abhängig und nicht ich von ihrer Güte. Ich für meinen Teil kann für mein Teilchen auch in eine andere Bäckerei gehen.

“Ich hätte gern…” fällt in eine ähnliche Kategorie. Dazu kommt noch, dass es ja logisch ist, dass ich gern etwas von genau ihr hätte, sonst “hätte” ich mich ja in der Fleischerei nebenan nach einem Würstchen angestellt. Ich hatte auch Angst vor einer Antwort wie: “Und ich hätte gern einen Porsche 911, einen treuen Mann und eine Datsche in der Karibik”. Dabei kann ich aber nicht weiterhelfen.

Somit griff ich zu der einzigen Möglichkeit, die mein Anliegen korrekt beschrieb. Als Krönung beschloss ich sogar, einen vertrauteren Ton anzuschlagen, damit die Frau nicht den Eindruck gewinnt, auf Arbeit zu sein und etwas machen zu müssen. Ich sagte also: “DU! Gib mir zwei Milchbrötchen.” und um die zeitliche Nähe und Relevanz zu unterstreichen, fügte ich noch ein “Sofort!” hinzu. Diese Korrektheit muss sie wohl beindruckt haben, denn sie schaute mich mit einer Mischung aus Erstaunen und Verwirrtheit an, was mir die Gelegenheit gab, die Situation noch mit einem lustigen Spruch: “Ich bezahl auch dafür.” zu entspannen. Das muss so sympathisch gewirkt haben, dass sie mir die Brötchen für umsonst überliess.

Und beim nächsten mal erzähl ich euch, wie und wo ich die Ski-Maske kaufte, die ich wegen der Kälte heut früh das erste mal getragen habe.

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Tolles Timing

14. November 2005

Pünktlich zum brisanten Thema Vogelgrippe, welche ja im gesamten Lande Angst und Schrecken verbreitet *hüstel*, hat sich eine Firma getraut dagegen anzugehen… dem Volke zu beweisen, dass es so schlimm ja gar nicht ist, mit den Vieren von den geflügelten Federviechern.
Was wollen uns die Damen und Herren von “Bifi” mit ihrer neuen Sorte zeigen? Geflügelsalami an der Stange, “herzhaft, knackig…. und gut!” (man beachte genauestens die Pünktchen vor dem -und gut-) Steckt auch hier eine Methode dahinter die Weltherrschaft an sich zu reißen, in dem sie vielleicht vorsetzlich das ganze Volk vergrippen wollen? Oder hat dieses Unternehmen zu viel Gewinn im letzten Jahr gemacht, welchen sie versteuern müssten, und bringen daher ein Produkt auf den Markt, welches aus dem Zeug besteht, wovor manche Leute zur Zeit regelrecht Paras haben, und daher die direkte Folge der Vermarktung dieses Produktes zur jetzigen Zeit diese ist, dass es von vorneherein floppen wird? Wirkt ja dann schön gewinnschmählernd und spart Steuern ein. Eventuell ist aber auch gerade die VG der Grund dafür warum das Produkt gerade jetzt auf den Markt kommt… die Damen und Herren vom Einkauf könnten ja möglicherweise eine preiswerte Einkaufsquelle ergattert haben… zum Beispiel den Geflügelhof um die Ecke, welcher wegen verseuchter Tiere schließen musste (Kommense… hier haben sie n Euro unter der hand für dat Vieh, und gut is… muss ja keiner wissen)…

aber egal….Wie auch immer… ich werd mich gleich jedenfalls erstmal auf den Weg machen. Ich hab munkeln hören, das am Bahnhof zur Zeit kostenfreie Bifi-Proben verteilt werden. Na, _das_ kann ich mir doch nicht entgehen lassen.