Archiv für die Kategorie ‘künstliches’

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Fotofreud und Fotoleid

29. Juli 2006

Nachdem Meteorologen das Ende der Hitzeperiode prophezeien, erkläre ich hiermit, dass kurz nach Ende des Sommers=Ferienzeit eine andere Periode ganz gewiss kommt: Die “Schau-mal-wo-wir-im-Urlaub-waren”-Zeit.

Man kann nun nicht unbedingt behaupten, dass früher alles besser war, aber damals konnte man nur mit ein paar simplen Fotoalben gequält werden. Deren Anzahl stieg konstant mit Entfernung zum Ausgangspunkt der Reise. Ein Beispiel: Schwarzwald = 3 Alben; Ägypten = 12 Alben. Ich wage noch nicht darüber nachzudenken wie es wird, wenn die Menschheit dereinst den Mars besiedelt. Wie dem auch sei. Der Vorteil lag gewissermassen in der Hand des Betrachters. Man konnte sein Blättertempo selbst bestimmen und während der Gastgeber sich um die richtige Reihenfolge der Alben kümmerte auch getrost mal ein paar Seiten überspringen.

Das hat sich mit der Digitalfotografie kaum geändert. Ausser, dass sich die Anzahl der Bilder verzehnfacht hat. Denn wo vorher noch mehr oder minder streng auf lohnenswerte Motive geachtet wurde, wird jetzt vom offenen Schnürsenkel bis zur sich ablösenden Haut eines Sonnenbrandes (der Grund, warum man nicht braun wurde, obwohl die Sonne die ganze Zeit geschienen hat, ehrlich!) alles in verschiedenen Versionen geknipst. Das Ding mit der Digi ist halt: Man sieht jetzt zwar sofort, wie das Bild wird, ist sich aber scheinbar um vieles unsicherer als früher, dass es auch wirklich was wird. Ausserdem kann man ja die schlechten Fotos nachher löschen. Macht bloss keiner!

Die Steigerung des Ganzen ist ein Dia-Vortrag, respektive eine toll zusammengestellte Slideshow mit den obligatorisch verdrehten Bilder und Bemerkungen wie: “Dahinter ist jetzt der Hafen. Das kann man auf diesem Bild aber leider nicht sehen” oder “Und das ist unsere Mutter vor der Kirche . . . neben dem Eselchen”. Doch der geneigte Leser weiss schon, worauf ich hinaus möchte: Sämtliches Timing wird dem Opfer aus der Hand genommen. Dazu kommt wiederum ein mathematisches Verhältnis zum tragen, nämlich, dass mit der Formatgrösse auch die Erzähllänge steigt.

Die Königsdiziplin ist jedoch der Hobby-Videofilmer. Mögen alte 8mm Filme recht amüsant wirken, gibt es vor den Kreationen der neuen kleinen Spielbergs kein Enkommen mehr. Man bekommt in voller Distanz Leute im Bikini zu sehen, die man um des guten Nachtschlafes willen besser nicht gesehen hätte oder darf sich ungeschnittene zwei Stunden Übertragung von den ergebirgischen Klöppelmeisterschaften ansehen. Inklusive der “Mein-Arm-ist-schwer-Ich-setz-mal-eben-ab” Szenen und kommentierendem O-Ton, der mit sorfältig hochgedeutschter Stimme und lang geübten lustigen Einstreuungen eine verschüchterte Person animieren soll, doch mal in die Kamera zu winken und “Hallo” zu sagen - 17 mal. Ganz zu schweigen von den nur rudimentär vorhandenen Schneide- und Nachvertonkünsten, die alles durch eingefügte Courier-Untertitel aufpeppen sollen und dadurch nur in die Länge ziehen.

Naja. Ich gebe den Menschen gern die Gelegenheit, sich mal anzusehen, wo sie eigentlich im Urlaub waren.

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Göttlicher Saft

26. Juli 2006

Was passiert eigentlich in einer kleinen Stadt bei einem mehrstündigen Ausfall des scheinbar für unsere Sphären lebensnotwenigen elektrischen Saftes? Abgesehen davon, das nicht mehr an einkaufen zu denken ist, da man weder an sein Geld dran kommt, noch die Supermärke geöffnet haben, scheinen sich, wie bei einem Straßenfest die Menschen darauf zu besinnen, dass es vor ihrer Türe – man höre und staune- andere Menschen gibt! So war das einzige, im gesamten Ort geöffnete Lokal brechend voll. Tische und Stühle reichten kaum noch aus, so dass die Menschenmenge welche keine lokaleigene Sitzmöglichkeit erhaschen konnte, fröhlich vergnügt im großen Kreise um die Örtlichkeit den Boden bevölkerte, bis hin zum etwa 30 m entfernten Marktplätzchen, alle auf der Suche nach einer möglichen Erfrischung, welche jedoch nur in Form von geschmolzenem Eis geboten wurden konnte. Dennoch wurde geredet und gelacht, ganz so wie in längst vergangener alter Zeit, als es noch Gang und Gebe war, sich abends mit dem Stühlchen vors Häuschen zu setzen um die kühle Sommerabendluft zu genießen, die nach einem schweißtreibend heißen Tag begehrter zu sein schien, wie eine gute Gemüsesuppe. Aber zurück zu unserem Stromausfall.

Wer sich nicht gerade ins Dörfliche Getümmel schmiss, saß eventuell, wie ich, zuhause und versuchte bei spärlichem Kerzenschein ein paar Seiten zu lesen, was einem jedoch zum einen das Katzengetier unmöglich machte, wie auch das nicht mehr ausreichende Licht, oder die mangelnde Konzentration, da man hauptsächlich Gedanken im Hinterstübchen hatte, betreffend der im nicht mehr kühlenden Kühlschrank lagernden Butter welche mit Sicherheit schon weggelaufen war, was man sich aber nicht wagt nachzuschauen, da man ja nicht weiß wie lang der Strom noch wegbleibt geschweige denn, was einen beim Türöffnen anspringt, und daher den Kühlschrank geschlossen halten möchte. Nach meinem umfangreichen Abendmahl – mehrgängig- bestehend aus Leitungswasser, Kaugummi und einem von der Bank spendierten Kaubonbon, beschloss ich letztendlich mein Bett zu hüten, da es sich in der Dunkelheit mit Sicherheit fürchtete. Nachdem ich meine Katze darauf abgerichtet hatte mich am nächsten morgen pünktlich zu wecken – wie sie es im Prinzip jeden Tag macht- ließ ich den Tag Revue passieren. Eigentlich ist Stromausfall gar nicht mal so schlecht. Vielleicht sollte mal das als Dauereinrichtung einführen. So gesehen bietet er doch nur Vorteile. Die Nachbarschaft lernt sich nach Jahren des stillen Nebenherwohnens letztendlich doch noch kennen, die Leute, die Diät halten wollen, werden wunderbar unterstützt, und man selbst kommt mal richtig zu Ruhe. Apropo Ruhe… das erste mal, das ich bemerke, das mein Wasserhahn tropft. Und Überhaupt, ich vermisse leicht die Kirchenglocken. Ein Blick aus dem Fenster auf den Kirchturm verriet mir dann, das es gerade mal 17:25 Uhr war… und das seit nunmehr über 5 Stunden. Hach ist das doch schön, wenn selbst denen „ganz oben“ der Saft fehlt.
Selig schlummerte ich ein…. Bis irgendwann meine Wohnung in Festbeleuchtung stand. Gut, Strom war wieder da, Licht machte ich schnell aus und schlief weiter.

Heute morgen litt mein Wecker noch an den Nachwirkungen des Ausfalls und weckte mich nicht. Und meine Katze… ja… die schaffte es auch das erste Mal, seit knapp einem halben Jahr, lange zu schlafen.

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… das wirklich beisst!

15. Juli 2006

Manchmal ist man einfach faul und sucht den einfachen Weg. Vor allem bei der derzeitigen Hitze. Und in einem Anflug von Hirnerweichung greift man auch schon mal auf Übersetzungstools diverer Internetanbieter zurück, um Überflugsweise einen fremdsprachigen Text einzudeutschen. Natürlich ohne daran zu denken, dass man statt Zeit zu sparen entweder völlig im Chaos landet oder vor Lachen nicht zur eigentlichen Arbeit kommt. Doch dann hat man die Zeichen übersehen…

Gut. Da der Titel vorschlägt, gibt es jetzt 3 Möglichkeiten, daß ich bewußt bin, *** für Kategorien im blogger zu verwenden.

Ich hab den Titel nicht mehr im Kopf, also muss ich das einfach so hinnehmen. Neben dem idealistischen und dem materialistischen Denkansatz existiert scheinbar noch mindestens eine weitere Variante der Bewusstwerdung. Und die oder das soll man hacken können?…

Alle diese Methoden bilden Umbauten, die durch *** auch aufgehoben werden, weil *** Umbauten nicht mit *** verbinden müssen. Sie können mit *** verbinden und *** findet sie wegen des rel: Umbauattribut.

…Machen Sie sich nicht auf diese Weise an die Arbeit - sie könnte umsonst sein. Tun Sie nichts, fügt sich alles auf wundersame Weise…

Ein Satz Umbauten ist folglich zum Tun von zwei Sachen! fähig!

…Also doch zu was nutze? Bin gespannt!

Ein weiterer Schritt: Jede Methode erfordert noch, daß du deinen Pfosten zu *** bookmarkst, aber es gibt Einklicken Weisen, das auch zu tun…

…Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, dass sowieso JEDER seinen Pfosten bookmarken sollte. Ich werde aber den Eindruck nicht los, dass hier etwas doppeldeutig gemeint sein könnte. Daher auch die “Tun von zwei Sachen!” mit Nachdruck…

Ist hier die Methoden, vom NiedrigTech u. von wenigen, die integriert werden zu High-Tech u. integriert….

…Logisch. Die Quantität schlägt in Qualität um. Gar eine Art Ontologischer Gottesbeweis? Danach folgen eine Menge unverständlicher technischer Details, die wahrscheinlich immer noch mit dem Bookmarken des Pfostens zu tun haben und die ich jetzt einfach mal weggelassen habe. Aber dann …

Ich werde an allen unterschiedlichen Weisen, dieses Problem in Angriff zu nehmen überrascht, daß Völker über dem Netz verursachen. Dank für alle Werkzeuge….

…Eine Art Dankesgebet. Völkerübergreifend, obwohl Fehler eingeräumt werden. Aus dem nichts wird aber versprochen, sich um alle Probleme zu kümmern. Was für eine Wende…

Mit mich informieren, welcher Methode du gehst u. was für dich arbeitet. Wenn du um anderes auf diese Weise erhältst, erklären mir über es!!

…Und vom heiligen Überschwang getragen, bietet der Autor auch gleich das DU an und setzt es durch…

Natürlich kann so etwas nicht unbeantwortet bleiben. Und so sammeln sich die Jünger unter dem Pfosten mit dem im Werkunterricht eingebrannten Muster, welches die Worte formt: “Ich Wille!”

Von ich las über die „Automatisierung“ in deinem Pfosten einigen Tagen vor, aber ich habe ihn nicht noch versucht. Ich Wille, wenn ich zurück zu dem Arbeiten von meinem eigenen Computer gehe. Bis dann tue mich alles manuell, das wirklich beißt.

Hmm. Hätte gedacht, die Technik ist inzwischen weiter.

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Operation "Flocke"

28. November 2005

Nun war es also wieder soweit. Das pudrige Weiss zierte Baumwipfel, verschönte dreckige Hinterhöfe und wärmte als flauschige Decke die Blümchen, die im Frühjahr ihre Rübe wieder aus der Versenkung heben sollten. Für die einen die längste Skipiste der Welt, für andere der “grösste verdammte Drecksmist”, der sich je in den Radkästen festgefroren hat.

Und während ich so des morgens an der Haltestelle stand und schwitzenden älteren Männern beim Freikratzen der Frontscheibe zusah, wurde mir eine unbedingte Konsequenz des alljährlichen ersten Schneefalls schmerzhaft bewusst: Meine Bahn kommt nicht! Wie üblich schien das Herabfallen des kristallinen H2O den DVB in eine vorübergehende Winterstarre zu versetzen. Doch woher kommt das? Schliesslich hatte die Wettervorhersage schon längst gewarnt. Selbst wenn man ihr nicht alles unbesehen glauben kann, ist doch zumindest die Wahrscheinlichkeit für festen Niederschlag im November geringfügig höher, als im, sagen wir im Juli. Ich hab da aber meine Theorie…

Das gesamte Schienennetz des DVB ist in Wirklichkeit ein gigantisches, lebendes Sensorennetz. Unter anderem können damit Fahrrad-Fallen ausgelöst werden, die Reifen in Lücken im Gleisbett ziehen. Oder es vollzieht Raum-Zeit-Sprünge, je nachdem in welches Stadtgebiet man sich gerade begibt. Die Schwachstelle des Netzes ist allerdings Kontaktkälte. Sobald auf einer Länge von 10 Metern Gleis mehr als drei Schneeflocken landen, ertönt in der Leitzentrale des DVB ein Angriffsalarm und rote Lichter beginnen zu blinken. Um das Chaos perfekt zu machen, springt noch ein entvervender Signalton an, der jedes vernünftige Handeln unmöglich macht. Ein Mitarbeiter, der ein wenig wie H. Simpson aussieht, schreckt aus dem Halbschlaf und haut panisch auf einen riesigen roten Bumper. Dadurch erwacht in einem atomsicheren Bunker ein 1992 vom Pentagon ausrangierter 486er PC, der erst einmal für die Verteidigung gegen offensichtlich eingesickerte Invasoren zuständig ist, die Sprache moderner Netzwerke aber nur noch sehr rudimentär versteht.

Die eingeleitete Prozedur ist denn auch noch aus der Zeit, kurz bevor Dresden das letzte mal zerstört wurde. Durch eine Art Verwirrtaktik, sollen die Angreifer hingehalten werden, bis eine ernsthafte Verteidigung organisiert ist. Als erstes folgt ein kompletter Stop aller Stassenbahnen. Danach werden per Zufallsprogramm drei bis 5 Linien willkürlich umgeleitet. Zwei Bahnen bleiben an Knotenpunkten stehen, um den nachfolgenden Verkehr massiv zu behindern. Eine Bahn wird zur U-Bahn, um die Zentrale mit den entfernten Feuerleitständen zu verbinden. Leider wurde diese Linie nie fertig gestellt, so dass die Bahn für immer verschwunden bleibt. Alle Hinweistafeln springen auf “Verkehrsstörung” die Fahrpläne treten ausser Kraft und spontan generiert das Programm noch sieben neue Wanderbaustellen.

Und ich steh da und wundere mich, warum die 13 nicht kommt.

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technische Errungenschaften

12. November 2005

Gestern auf dem Weg auf Arbeit: Da sitzt doch eine Frau in der Bahn und spricht die ganze Zeit mit ihrem Fahrschein! Ich gucke (möglichst unauffällig) nochmal genau hin und tatsächlich, sie hält den Fahrschein vor den Mund und spricht die ganze Zeit da rein.
Ich denk mir so “gut, warum auch nicht, solange es nichts schlimmeres ist…” Aber merkwürdig fand ich es schon.
Nachdem ich mir das so ne Weile angeguckt hatte, kam ich auf eine Idee. Es könnte ja sein, dass sie gar nicht mit ihrem Fahrschein spricht. Vielleicht hatte sie ja auch so ein winziges Handtelefon, dass man eigentlich nur noch mit ganz ganz spitzen Fingernägeln bedienen kann! Ich hab sowas ja nich, immerhin ist es ein Telefon und ich möchte auch ein gewisses Telefongefühl haben, wenn ich es benutze. Außerdem sieht es für mich immer aus wie Selbstgespräche, wenn Leute auf der Straße rum laufen und so ein Headset aufhaben (welche man meistens auch nur sieht, wenn man genau hinguckt) und dabei laut sprechen. Also mir wäre das peinlich…
Nun jedenfalls hätte diese Frau ja so ein Telefon haben können, aber irgendwie sah es nicht so aus. Dazu hielt sie den Fahrschein auch nicht in der richtigen Position. Aber dann glaubte ich, den wirklichen Grund für die Gespräche mit dem Fahrschein herausgefunden zu haben! Sie hatte nicht hinter ihm versteckt ein Telefon, der Fahrschein WAR das Telefon! Es musste so sein! Ich meine, guckt mal wei schnell die Technik sich entwickelt; warum sollte man nicht ein Telefon in einen Fahrschein einbauen. Gut, das is total dämlich und sinnlos, aber das sind viele Erfindungen. Die Frau telefonierte also mit ihrem Fahrschein. Oder sie hatte einfach einen Sprung in der Schüssel…