Archiv für die Kategorie ‘religiöses’

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Dabei sein ist alles!

30. Januar 2006

Der Spruch Dabei sein ist alles!!” ragte mir heute, in einem großen Banner entgegen und stach mir direkt ins Auge. Bereits aus der Ferne konnte ich, die mit weitem Sehen ihre Probleme hat, die Schrift problemlos entziffern.
Dass das Banner direkt an der Kirche angebracht war wurde mir erst bewusst, nachdem ich 50 Schritte näher dran war. Und als ich dann unmittelbar unter dem Banner stand, bemerkte ich eine kleine Schriftzeile unter obigem Satz, welche folgenden Inhalt kund tat: kath. wiedereintritt @ “sowiso”.de (selbstverfreilich habe ich die Email Adresse hier in der öffentlichkeit entschärft, damit dieser Beitrag keine Flutwelle von Protestrufen ins Leben ruft. Oder die armen Leutchen nicht ebenso durch Spam-Mails heimgesucht werden, betreffend Penisverlängerungen oder ähnlichem, wie so manch andere armen Wesen ergeht)


Worauf ich jedoch hinaus möchte: Dabei sein ist alles? Gerade bei der Kirche?
Mit anderen Worten, es ist vollkommen egal, ob man nun an den christlichen Gott glaubt, oder ans Sandmännchen als das “Überwesen” zu dem man aufblicken kann? Dabei sein ist alles. Sagt es nicht herrlich viel über die Institution Kirche aus? Selbst wenn ihr nicht glaubt, tretet wieder bei uns ein, wir versprechen euch auch, dass ihr nicht in die Hölle kommt, wenn ihr nicht zum allsonntaglichen Gottestdienst kommt! Dabei sein ist alles! Und gebt uns jeden Monat schön brav euer Geld, damit ihr das Privileg habt, sagen zu können, ihr seit ein Mitglied eines großen und, im allgemein angesehenen, Verein.

DABEI SEIN IST ALLES!!
Auf den ersten Blick könnte es als werbender Ansporn dienen. Doch glauben die Damen und Herren der Kirche wirklich, dass Menschen grundlos ausgetreten sind, und sich so sehr sehnen wieder Kirchenmitglied zu werden? Oder ist es vielmehr ein verzweifelter Hilferuf, weil plötzlich erkannt wird, dass die Tendenz der katholischen Gemeindemitglieder drastisch gesunken sein könnte? Wenn ja, dann wird das bestimmt nur der Anfang gewesen sein (und ich dachte, der Weltjugend Tag hätte als Werbemaßnahmen für die Kirche gereicht *tststs*)

Bin nur froh, dass es mich nicht anspricht… ich wurd nicht getauft, was mir einen wiedereintritt irgendwie nicht möglich macht!

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Visuelle Ohrwürmer

10. Oktober 2005

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass es Tage gibt, an welchen sich bestimmte Ereignisse häufen? Damit meine ich jetzt nicht die Pechsträhne eines 13. Freitag. Ein Beispiel: Man verlässt früh morgens den heimischen Hof und Herd und das erste was man erblickt, ist eine schwangere Frau. Soweit so normal. Nun ist man allerdings und offensichtlich den ganzen Tag irgendwie und überall von Schwangeren umgeben: auf der Rolltreppe, beim Vietnamesen, der einem frisches Obst und Gemüse verkauft, auf der GoKart Bahn und beim Spaziergang im Park mit seinem pflegebdürftigen Grossvater, der gerade einen seiner lichteren Momente hat und wissen möchte, warum man denn nicht auch gedient hat. Damit es nicht heisst, ich sei gegen Schwangere voreingenommen: Dieser visuelle Ohrwurm funktioniert genau so gut mit alten Männern in Jogginghosen mit Bierflasche in der Hand, gelben Smarts und Kindern, die dringend mal zur Toilette müssen.

Früher oder später - Grossvater ist bei seiner Litanei über die Unzivilisiertheit der Jugend im reziproken Verhältnis zur guten alten Zeit angelangt - kommt man ins Grübeln, worin wohl die Ursache dieser gehäuften Sichtungen liegt. Ich habe mehrere Theorien. Die erste besteht darin, dass man - ähnlich wie beim letzten Song, den man gehört hat, bevor man sich aus dem Hause begab (leider meist etwas von “Musikern” wie DJ Bobo oder Scooter) - für den Tag geprägt wird und sich die Wahrnehmung hinsichtlich dieser Prägung verschiebt. D. h. es bewegen sich nicht mehr Schwangere durch das Blickfeld als sonst, man nimmt sie nur vermehrt war. Diese Theorie ist allerdings eher langweilig und soll hiermit als zu einfach verworfen werden. Dann scheint es noch die Möglichkeit zu geben, dass bestimmte äussere Umstände - zum Beispiel eine besonders wärmende Sonne - die werdenden Mütter zwingt, in ungewohnten Mengen auf die Strassen zu strömen, um stolz und bauchfrei in meinem Gesichtsfeld umherzuwandeln. Klingt plausibel. Allerdings glaube ich am ehesten, dass der Gedanke an die Schwangere (welche man morgens traf) die Struktur des Universums dergestalt und nachhaltig beeinflusst, dass in diesem Zeitstrang die Anzahl der sich soeben fortpflanzenden weiblichen Spezies unvermittelt potentiert.

Damit dürfte ich sozusagen als der geistige Vater dieser Kinder gelten. Ein Gedanke, der mir nicht unangenehm ist.