Archiv für die Kategorie ‘sportliches’

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Das kommt mir italienisch vor

11. Juli 2006

Plötzlich wird einem alles klar! Es gibt ein lückenloses Gesamtweltbild und man fragt sich, warum man nicht schon viel eher auf so simple Zusammenhänge gestossen ist. Was? Ganz einfach: Vorgestern - während der Übertragung des WM Finalspiels - wurde mir schlagartig bewusst, dass der Italiener an sich nur ein weiterer Schritt zur Erringung der Weltherrschaft durch Ausserirdische ist. Und das kann ich beweisen:

Zuerst war Roswell 1947 (Übrigens ein Zeichen dafür, wie tief die Amis mit drinhängen): Von dort stammen nicht etwa die Ausserirdischen - die waren schon viel eher da - aber durch den havarierten intergalaktischen Viehtransporter wurde neues genetisches Material gewonnen, welches ganz in Ruhe in die vorhandenen Versuchsreihen eingebunden und getestet werden sollte. Und wo lässt sich das besser bewerkstelligen als auf einem kleinen Landzipfel im Mittelmeer. Schon die Form eines Stiefels spricht für Knechtschaft! Aber das ist Spekulation. Dahingegen war es natürlich ein immenser Vorteil, dass die Anwesenheit des Vatikans besser vor unliebsamen Fragen schützte, als es das Militär jemals gekonnt hätte.

Nur kurz darauf - in den 50ern - rollte die erste Welle geclonter Südeuropäer über das restliche Land. Sonnengebräunte, dunkelhaarige Gastarbeiter mit leicht ausserirdischem Akzent versuchten allerorts sich mit der weiblichen Bevölkerung zu paaren um ihr Erbgut unter die Menschen zu bringen. Die Clonkriege hatten begonnen. Doch die alten Modelle wiesen Mängel auf. Vor allem die eingeschränkte Zahl der Anmachsprüche und einige Funktionsfehler im südlichen Bereich fielen wie Blei auf die Macher zurück.

Der Angriff wurde wohl sang- und klanglos abgeblasen, denn die nächsten Jahre verschwinden etwas im geschichtlichen Dunkel. Als gesichert gilt jedoch, dass durch die Errichtung von Pizzerien und Eisdielen und der damit eingerichteten Grundversorgung der restlichen Bevölkerung mit Sedativen über lange Zeit ein allgemeiner friedvoller Zustand erreicht wurde, der die geplante Herrschaftsübernahme erleichtern sollte; und der sich ja - ganz nebenbei bemerkt - auch sehr schön in der guten Laune auf den Fan-Meilen während der WM äusserte.

Warum wurde also nicht so weitergemacht? Ganz einfach: Nach einer langen Zeit des Friedens und der scheinbaren Untätigkeit kommen immer wieder die Hardliner an die Macht: Berlusconi, Bush, vielleicht sogar Merkel. Die Kontrollinstanz in Form des Papstes JPII wurde abgesetzt und durch einen konventionelleren Typ ersetzt. Die amerikanische Fraktion testet bei verschiedenen Kampfeinsätzen neue Züchtungen und auch in Europa ist das friedliche Modell der Unterwanderung zu Gunsten einer gewaltvolleren Methode gewichen.

Schon in den Vorrundenspielen wurden die Testreihen bezüglich der Suche nach besonders schmerzempfindlichen Punkten der Irdischen durch das italienische Team wieder aufgenommen. Während sich rein äusserlich seit den 50ern kaum etwas geändert zu haben scheint, kommt das neue Modell doch mit einigen Verbesserungen daher. Zuerst einmal ist es noch frecher. Dies weist auf eine Eigenständigkeit hin, die fast den Eindruck einer eigenen Persönlichkeit hinterlässt. Bei einigen autonomeren Prototypen (Camoranesi, Gattuso), die sich dann auch optisch etwas unterscheiden wurde versucht, diesen Weg weiter zu vervollkommnen. Die Quantität schlägt meiner Meinung nach allerdings nicht in eine wünschenswerte Qualität um. Gerade bei Camoranesi sah man die eine oder andere Fehlfunktion, wenn sich der Bewegungsapparat ohne fremde Hilfe selbst blockierte - vom Zuschauer irrtümlich als sogenannte “Schwalbe” wahrgenommen.

Gemeinsam ist ihnen auch das Trikot mit den aufgesetzten Schweissflecken unter den Achseln, die sich nach näherer Betrachtung als Sonnenkollektoren herausstellen, und die den Energieverbrauch regeln sollen. Das Arme-Hochreissen nach den Fouls hat also nicht nur hinweisenden Charakter, sondern dient der simplen Umwandlung von solarer in kinetische Energie (Nur nebenbei: Ob dadurch der oben erwähnte “südliche Fehler” behoben werden kann, wage ich mit Hinweis auf zu erwartenden Energieabfall in dunklen Schlafzimmern zu bezweifeln)

Aber ich versprach Beweise: Camoranesi liess sich nach dem Spiel seine Tentak…, seinen Zopf abschneiden. Und? Hat er geblutet? Hätte man von Ausserirdischen erwarten können, oder?

Denkt mal drüber nach!

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Der Countdown läuft…

1. Juni 2006

…und überall wimmelt es von Fußbällen, oder solchen die es noch werden möchten. Egal ob beim Frisör, im Supermarkt, beim Bäcker, in Damenoberundunterbekleidungsläden, in der Straßenbahn, auf der Straße, im Radio, Fernsehn, Zeitung, oder wenn man sich nur mal schnell ne Fritten um die Ecke holen möchte. Man wird verfolgt von den Anfängen der Fußball Weltmeisterschaft, welche dummerweise dieses Jahr, allen Anzeichen nach, hier in Deutschland stattzufinden scheint. warum wird um die WM so ein initialisierter Wahnsinn betrieben? Findet Schokolade mit Knusper(fuß)ballfüllung wirklich so einen reißenden Absatz? Und was unterscheidet Brötchen mit Mohn und Sesam-Karos von normalen Körnerbrötchen? Vorallem aber: was passiert mit all den Dingen, wenn die deutsche Nationalmanschaft bereits in der Vorrunde rausfliegen sollte? Benutzen die zutief frustrierten Deutschen Fans genau diese Waren dann um die Fans der Gewinnermanschaft zu verjagen? Frei nach dem Motto “Geh mir aus den Augen, sonst bewerf ich dich mit runden Lakritz-Vanille-Bällchen in grüner soße!!” ??
Oder bleibt die Wirtschaft gar auf ihren Artikeln sitzen, und stellt fest, das es ein Eigentor war, die ganze Fußballgeschichte so hoch zu puschen, dass sie nur noch nervt??

Denkt dran, ihr Menschen dort draußen! Es ist viertel vor acht!
Also achtet auf jeden der ne Tafel Schokolade oder eine Bäckertüte in der Hand hat. Schon bald könnte dies Lebensgefährlich sein!

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Verschoben ist nicht aufgehoben

2. April 2006


“Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!” Ein Lieblingsspruch unserer Eltern und Grosseltern, über den es sich nachzudenken lohnt. Zumindest, ob das geplante Vorhaben nicht doch noch bis zum morgigen Tag Zeit hätte. Wenn nicht, finden sich genug Ablenkungsmanöver, das Unvermeidliche noch ein wenig hinaus zu zögern, um sich schlussendlich die Nacht um die Ohren zu schlagen. Es ist einfach eine Frage der Reihenfolge einzelner Punkte auf der persönlichen Prioritätenliste. Und ganz oben auf dieser Liste steht nun mal die Erhaltung der Gesundheit, und damit Hygiene und häusliche Reinlichkeit. Man putzt ja eh viel seltener als gut wäre und die Gelegenheit ist dermassen günstig, dass man sie unbedingt nutzen sollte. Also mal eben alle Schränke ausräumen, ausmisten und auswischen. Diese Methode eignet sich natürlich nur bedingt dazu, den Frühjahrsputz zu verschieben…

Genauso wichtig für die Gesundheit sind jedoch frische Luft und Bewegung, möglichst in Kombination. Und bei dem Wetterchen lohnt es sich, den Winter zu beenden und das Fahrrad aus dem Keller zu holen (Welches gleich noch geölt, eingestellt und geputzt werden kann). Wer nicht fahren kann oder will - Weihnachts-MP3-Player auf die Ohren und laufen. Und wer ziellosem Umherirren nichts abgewinnen kann, erhöht seine soziale Kompetenz, indem er Freunde besucht, die er seit der Grundschule nicht mehr gesehen hat. Irgendwann müssen Freundschaften nämlich auch einmal gepflegt werden. Wann, wenn nicht jetzt. Morgen kann es schon zu spät sein. Apropos - manchmal lohnt es sich auch, mit der entfernten Verwandschaft zu telefonieren. Man kann sich natürlich auf Freunde einladen und wenn sie eingetroffen sind in ernstem Tone erklären, dass sie einen nur von der Arbeit abhalten und man eigentlich keine Zeit hat. Das wird jeder guten Freund verstehen … und ignorieren. Gottseidank.

Sollte niemand erreichbar und auch sonst jedwede Art der Ablenkung ausgeschöpft sein, hilft nur noch die ordentliche Vorbereitung. Notwendige Abeitsgeräte müssen besorgt und notfalls instand gesetzt werden. Es wird bereit gelegt, was man braucht, oder auch nur entfernt brauchen könnte. Der Kühlschrank wird noch einmal aufgefüllt, falls man das Tageslicht so schnell nicht mehr zu Gesicht bekommt. Zigaretten bzw. Reisswaffeln holen und Kaffee bzw. Rooibuschtee aufsetzen. Und ganz wichtig: Man macht sich einen detailierten Plan! Denn man ist Profi auf diesem seinem Gebiet. Alles, um das bestmögliche Ergebnis in der kürzesten Zeit zu erreichen. Und wenn sich der Tag dem Ende zuneigt und nichts mehr hilft, fällt wohl oder übel der Startschuss.

Wie unsere Landesregierung mit dieser Methode allerdings über 4 jahre bis zur nächsten Flut durchhalten konnte - und da muss ich jetzt doch einmal tagespolitisch werden - finde ich äusserst bemerkenswert.

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One step forward…

30. März 2006

Immer, wenn man denkt, dass Ende der Fahnenstange sei erreicht, kommt irgendwoher etwas Neues daher. Das gilt für den privaten Bereich ebenso wie für die kulturhistorische Entwicklung der menschlichen Spezies. Was eben noch als Innovation des Jahres bestaunt wurde, ist schon längst wieder kalter Kaffee. Apropos… Sekunde - Danke.

Warum habe ich bei all dieser Fülle umgesetzter Ideen trotzdem das Gefühl, dass es seit der Umbenennung von Raiders in Twix nicht mehr merklich vorwärts geht? Unabhängig von Rentendebatte, den weltmeisterlichen Chancen unseres Fussballs und immer engere Kreise ziehenden Retro-Charts offenbart vielleicht eher ein Blick auf erfindungsreiche heimische Details näheres.

Deutschland geht am Stock, bzw. an Stöcken. Früh zieht sie immer noch gemächlich dahin, die Karawane der Tapferen - die Hausfrauen die sich mit einem guten Gefühl an ihr Rentnerdasein gewöhnen sollen. Interessant ist, dass nach etwa 20 Metern die nervenden Stöcke nurmehr unter die Arme geklemmt oder hinter sich her gezogen werden. Aber auch dies stärkt die Armmuskulatur. Wie dem auch sei: Nach den undurchsichtigen und dadurch äusserst durchdacht wirkenden Trimm-Dich-Geräten der Teleshops eine der genialsten Erfindungen seit Jahren auf dem Fitnessmarkt. Wenn auch nur unter marketingtechnischen Gesichtspunkten. Holt euch das Stöckchen!

Für alle, die sich dafür noch für zu hipp halten, gibt es Springseile mit automatischem Zählwerk. Daran erkennt man, wie schnell der Markt im Enstfall reagieren kann: Alle, die glauben, dass M. Ali’s Figur hauptsächlich auf Seilhüpfen zurückzuführen ist, steuern mit diesem Gerät aus dem Blindflug. Da in diesem Hochleistungssport bis dato die Hände gebunden sind und somit keinerlei Finger als Zählhilfe zur Verfügung stehen (die eh nur recht kleine Trainingseinheiten zulassen würden) können jetzt Kalorienverbrauch und Muskelzuwachs endlich auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt werden.

Und wer von alledem die Nase gestrichen voll hat, kann sich immer noch für 50 Euro eine Nasendusche holen.

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Stöckchen

8. Februar 2006

Da möchte man mal dem Chaos des alltäglichen Wahnsinns entfliehen, rafft sich auf und bezwingt den inneren Schweinehund um mal wieder ein wenig frische Luft zu schnuppern, macht sich auf den Weg in den nahe gelegenen Wald oder die angrenzenden Felder und beginnt sich ein wenig zu lösen und wohlzufühlen. Leise vor sich hin singend schreitet man, freudig über die schöne frische Luft, vergnügt den Weg entlang und denkt an nichts böses. Doch dann geschieht es. Ein Exemplar der Spezies “Jogger” rempelt einen frontal an, reißt einen aus der wohligen Gedankenfrei-heit heraus, und läuft, ohne einen auch nur eines entschuldigen Blickes zu würdigen, weiter. Noch nicht ganz wissend, was genau denn hier jetzt überhaupt passiert ist, dreht man sich um und schaut einem prustenden Menschen hinterher, der hinter sich einen Regen aus Schweißperlchen in die Atomsphäre versprüht.

Nachdem man den Blick dann wieder nach vorn gerichtet hat, fallen sie einem ins Auge. Der eine war nur der Anfang, soweit das Auge reicht (und der Weg führt), sieht man mehr und mehr Exemplare dieser Spezies. Ob nun alleine, oder gar im Rudel, die geröteten Gesichter, welche teils verzweifelt, teils kämpferisch dreinblicken, verraten dir sofort dass sie nicht nur einfache Spaziergänger sind. Da ist es egal, ob sie im Gegentakt zu der Musik welche aus dem extra angelegten mp3-Player (nicht nur) in ihre Ohren dröhnt, den Weg entlang stampfen, sich von ihren Hunden ziehen lassen, oder selbige hinter sich her zerren, oder ob sie sich, wenn im Rudel unterwegs, versuchend schnaufend und atemlos zu unterhalten.
Man weiß nur: man muss hier schleunigst weg, sonst wird es gefährlich.

Ich drehte mich also um, und machte mich auf den Weg gen Heimat.

Doch sofort kam mir, zu dieser Gelegenheit, eine Situation in den Sinn, in der ich, von meiner Mutter mitgeschliffen, die Radsportler der Tour de France beobachten durfte, wie sie sich abstrampelten um schneller wie alle anderen einen Berg runter zu kommen. Ich fühlte in dem Moment den unbändigen Wunsch in mir aufkeimen, einem der Fahrer ein Stöckchen zwischen die Speichen zu schmeißen, um den Qualen, welche man in den schnell vorbeirauschenden Gesichtern vernehmen konnte, Abhilfe zu schaffen.. ich übertrug zwangsläufig diese Vorstellung auf einen gewissen Herren, der mich vor gar nicht all zu langer zeit anrempelte, hörte dann jedoch den Wind in den Blättern rauschen und ein Vögelchen zwitschern und war augenblicklich wieder eins mit der Natur und mit Frieden erfüllt.

Obgleich die Gedanken betreffend dieser Jogger-Situation nach einem Sekundenbruchteil mein Hirn wieder verlassen hatten, merkte ich plötzlich, wie unmittelbar vor mir ein Herr mittleren Alters ins Trudeln kam, das Gleichgewicht verlor, und dann scheinbar seine Kontaktlinsen auf dem Boden suchte.
Als ich bei ihm ankam band er sich gerade wieder den Schnürsenkel, welcher wohl der Grund für seine ungewollte Akrobatikeinlage war, zu. Ich lächelte ihm zu, grüßte ihn, wünschte ihm noch einen schönen Tag und ging, erst leicht irritiert dann jedoch leicht lächelnd weiter.

Hätte der Gute sich anfangs für sein Anrempeln entschuldigt wärs vielleicht nicht so weit gekommen.